Verfasst von: buecherinseldu | 29. Juni 2012

Tipps für alle, die gerne ein Buch veröffentlichen möchten

Bei uns häufen sich in letzter Zeit die Anfragen zum Thema „Eigene Buchveröffentlichung“. Da es ein recht komplexes Thema ist, habe ich beschlossen, an dieser Stelle die wichtigsten Punkte zusammenzustellen.  Bevor es losgeht, erlauben Sie mir eine Vorbemerkung:

In der heutigen Zeit ein Buch bei einem Verlag „unterzubringen“, gleicht einer „Fünf mit Zusatzzahl“ im Lotto. Täglich bekommen die Verlage säckeweise Bücher zugestellt von Autoren, die wie Sie darauf hoffen, dass ein Verlag ihr Buch druckt und verkauft. Um aus der Masse heraus zu ragen, sollten Sie deshalb einige Tipps unbedingt beherzigen:

1. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Buch in einwandfreiem Deutsch geschrieben ist. Wenn Sie niemand kennen, der Ihr Buch korrigieren kann, fragen Sie bei der Uni in Duisburg nach. Germanistikstudenten verdienen sich gerne etwas dazu.

2. Informieren Sie sich, bevor Sie Ihr Buch einem Verlag anbieten, ob der Verlag für Ihr Buchthema der richtige ist. Wenn Sie z.B. ein Buch über Ihr Leben geschrieben haben, so suchen Sie in der Bücherei oder in Buchhandlungen ähnliche Bücher und notieren Sie sich die Namen der Verlage. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Verlag Interesse an Ihrem Buch hat ist höher, als wenn Sie nach dem Gieskannenprinzip Ihr Buch den Verlagen anbieten. Das kostet unnötig Geld und Zeit.

3. Wenn Sie einen Verlag anschreiben, stellen Sie sich in dem Brief kurz vor und legen Sie eine kurze Inhaltsangabe vom Buch dazu. Ergänzt werden sollte die Sendung mit einem Auszug aus Ihrem Buch. (ca. 10 Seiten).  So kann sich der Lektor einen ersten Überblick über Inhalt und Schreibstil verschaffen. Ist sein Interesse geweckt, wird er Ihr ganzes Buch anfordern. Hier sollten Sie Vertrauen zu dem Verlag haben, er wird Ihnen Ihr Buch nicht stehlen. Möchten Sie sich absichern, senden Sie das Buch per Einschreiben zu. Ihrem Anschreiben sollten Sie auf jeden Fall einen frankierten Rückumschlag zufügen, wenn Sie den Buchauszug bzw. Ihr Buch zurück haben möchten. Ansonsten kann es sein, dass der Verlag sich nicht meldet. Auch sollten Sie neben Ihrer Adresse unbedingt Telefonnummer und Mailadresse (sofern vorhanden) angeben.

4. Wenn Sie es ermöglichen können, fahren Sie zur Leipziger oder Frankfurter Buchmesse! Die Leipziger Messe ist gemütlicher, auf der Frankfurter Messe sind mehr Verlage vertreten. Auf beiden Messen haben Sie die Chance, sich persönlich vorzustellen und Ihr Buch anzubieten. Damit steigen Ihre Chancen. Außerdem erhalten Sie einen, ich behaupte mal, unvergesslichen Einblick in die Welt der Bücher und der Verlage. Eine Buchmesse ist also auf jeden Fall auch ein lohnendes Ausflugsziel!

WARNUNG!!! Es gibt bei den Verlagen einige schwarze Schafe. Die verlegen Ihr Buch sofort, verlangen dafür aber eine finanzielle Beteiligung von zumeist mehreren 1000 Euro. Dafür versprechen diese Verlag, dass sie sich um alles kümmern (Vertrieb, Werbung usw.). Gehen Sie auf diese Angebote auf keinen Fall ein! In den 30 Jahren der Bücherinsel habe ich ca. 20 Autoren kennengelernt, die diesen Weg beschritten haben.  Bei keinem Autor wurden die Versprechen in dem Maße umgesetzt, dass die Bücher verkauft wurden. Am Ende der Vertragslaufzeit saßen alle Autoren letztendlich auf mehreren hundert Büchern, die in ihren privaten Kellern landeten.

Es gibt eine Alternative:   

Wenn Ihnen der Weg über einen Verlag nicht gefällt oder Sie haben vielleicht auch schon ein paar Absagen von Verlagen bekommen, so können Sie Ihr Buch auch selbst verlegen. Inzwischen gibt es mehrere Firmen, die in kleinen Stückzahlen Ihr Buch drucken. Auch hier müssen Sie in finanzielle Vorleistung gehen, nur das ist, da Sie mit einer kleinen Auflage beginnen können, überschaubar und nicht so riskant. Wenn Sie sich für eine dieser Firmen entschieden haben, legen Sie z.B. selbst fest, wie groß das Buch ist, welche Einbandart es haben wird oder ob die Bilder farbig oder schwarzweiß sein sollen. Sie müssen Ihren Text der Firma dann als Text-Datei zur Verfügung stellen, und die Firma wird Ihr Buch drucken.

Der Unterschied zu einem Erscheinen mit Hilfe eines etablierten Verlages ist hierbei, dass Sie selbst für Werbung sorgen und u.U. auch selbst das Buch an Interessenten verschicken müssen.

Wenn Sie nun noch weitere Fragen haben, melden Sie sich bitte bei Linda Broszeit c/o service@buecherinsel.com.

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Responses

  1. Danke für die Tipps. Bisher habe ich mit E-Books gearbeitet, welches ich auf eine Website gestellt habe. Mit Hilfe von sogenannten SEO-Maßnahmen, wie sie bei http://website-zum-buch.de/ angeboten werden, konnte ich auch schnell einen etwas größeren Bekanntheitsgrad erreichen. Einige meiner Leser haben mich gefragt, ob ich nicht auch „normale“ Bücher verkaufen könne. Der Artikel hat mir demnach sehr geholfen.

  2. Wirklich ein sehr informativer und guter Artikel wie ich finde. Ich selbst hatte das Glück gleich mit meinem ersten Manuskript bei http://www.frieling.de/
    angenommen zu werden. Ich kann allen anderen angehenden Autoren nur wirlich viel Erfolg wünschen und den Rat geben, dass es wirklich funktionieren kann mit der eigenen Veröffentlichung, wenn man sich nur anstrengt und an sich glaubt.

  3. Zum Glück wird es für Jungautoren dank Self Publishing Plattformen immer einfacher ein eigenes Buch zu veröffentlichen.

  4. Wer ein Buch veröffentlichen will, ist tatsächlich gut beraten zweimal hin zu schauen. Ganz gleich ob nun Verlag oder reiner Dienstleister. Ein spannendes Thema, zu dem ich vor wenigen Tagen ein Interview mit einer Verlegerin führen konnte. Vielleicht ganz interessant für alle angehenden Autoren http://klauswenderoth.de/andrea-el-gato/


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